Gute Chancen durch neue Regelungen

Veröffentlicht am 07.11.2016 in Fraktion

Eine Straffung der Arbeit und ein kleinerer Beirat soll künftig für mehr Effizienz sorgen

Kleinere Gremien und neue Satzung

Seit der Stadtverordnetensitzung am vergangenen Donnerstag hat Weilburg neue Regelungen für die Arbeit mit Senioren und für Menschen mit Behinderung. Wichtigste Neuerung  ist die Zerlegung in zwei Fachbeiräte mit sieben Mitgliedern, die künftig zuständig sind. Die frühere Regelung, mit einem großen Gremium ist damit endgültig vom Tisch, denn die hohe Zahl an Teilnehmern und Mitgliedern führte zu keinen guten Arbeitsergebnissen.

Deswegen gab es auch im Stadtparlament bei allen Fraktionen eine hohe Zufriedenheit, nachdem es in der Schlussphase noch einmal ein Gerangel um den Begriff Inklusion gab, der nach Vorschlag der SPD in der Überschrift verankert werden sollte. Lothar Hölzgen ist die Einigung in letzter Minute zu verdanken. Jetzt wird die INKLUSION in einer Klammer hinzu gefügt.

Der Schlüssel zum Erfolg

Insgesamt hatten sich die Sozialdemokraten zur Sitzung des Fachausschusses gut vorbereitet. Eine Arbeitsgruppe mit Jan Kramer, Anemone Knöpp-Rack, Karl-Peter Wirth, Christian Radkovsky, Wilfried Ries und Jürgen Klemm hatte Änderungsvorschläge zu den Satzungsentwürfen des Bürgermeisters  entwickelt, die fast vollständig übernommen wurden. Offen ist noch die Besetzung der Beiräte. Zumindest in den Wortbeiträgen gab es hierzu Einigkeit. Gerhard Würz von den Freien Wählern und Jürgen Klemm von der SPD, erklärten beide, dass in der richtigen Zusammensetzung der Schlüssel zum Erfolg liegt.

Die Überlegungen der Weilburger SPD zum Thema verdeutliche Jürgen Klemm (Foto) aus Kirschhofen am letzten Donnerstag im Stadtparlament. Nachfolgend veröffentlichen wir seinen Beitrag:

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher Bruno Götz, Herr Bürgermeister, meine sehr verehrten Damen und Herren.

Senioren und Behindertenarbeit sind nicht erst seit Lothar Seifert und Lilo Witzke aktuell, aber beide haben eine hervorragende Arbeit gemacht und große Fußspuren hinterlassen. Frau Witzke schreibt heute noch große Hausnummern mit ihren Behindertenstammtisch. Die Stadt Weilburg ist ihnen für Ihre geleistete Aufbauarbeit zu großem Dank verpflichtet.

Dankbar waren wir auch, dass wir mit Frau Peuser eine Seniorenbeauftragte gefunden hatten, welche bereit war, die Arbeit im Seniorenbereich fort zu führen. Schnell war erkennbar dass die gestiegenen Anforderungen an das  Amt, nicht mehr von einer Person geschultert werden konnten. Auf Vorschlag des Bürgermeisters wurde ein Senioren und Behindertenbeirat ins Leben gerufen, die Zusammensetzung ist Ihnen ja noch bekannt. Größe und Zusammensetzung stellten sich in der vergangenen Legislaturperiode als nicht besonders hilfreich heraus.

Ich bin froh dass es unser Bestreben ist, Seniorenarbeit und Behindertenarbeit wieder auf getrennte Füße zu stellen. Der Anfang ist gemacht, der Ausschuss für Jugend, Kultur, Sport und Soziales hat sich für diese Vorgehensweise ausgesprochen, wie in der heutigen Tischvorlage erkennbar wird. Ich bin sehr froh, dass nicht die Politik, sondern das Bestreben gemeinsam zu handeln hier deutlich wurde. Vielen Dank für die konstruktiven Diskussionen am Dienstag im Ausschuss.

Meine Damen und Herren, in einigen Bereichen sind wir schon ganz gut in unserer Stadt unterwegs. Für die Behindertenarbeit möchte ich beispielhaft aufführen:  Die Lebenshilfe mit ihren Wohnhäusern in der Wilhelmstraße, der Verein für Integration, die psychiatrische Tagespflege der Vitos-Kliniken, den VdK, das DRK mit ihrem Behindertentransport,  Blindenzeitung und viele anderen ambulante Anbieter.

Dennoch ist die Politik auf die Mitwirkung eines Behindertenbeirates angewiesen. Wir brauchen den Rat, die Ideen, und die Sachkunde, denn nur gemeinsam können wir es schaffen, dass Inklusion keine Worthülse wird.

Für den Seniorenbeirat möchte ich beispielhaft aufführen: Essen auf Rädern durch das DRK und das Diakonische Werk, Seniorentagesstätte, die Tagespflegeeinrichtungen der kirchlichen Organisationen, der Pflegestützpunkt des Kreises, die geriatrische Tagesklinik und Klinik im Kreiskrankenhaus, die ambulanten Dienste und vieles mehr.

Aber der demographische Wandel lässt ein Ausruhen auf den Lorbeeren nicht zu. Wir werden unsere Kräfte bündeln müssen. Vernetzungen sind anzustreben, um die Aufgaben meistern zu können. Vor Ort sind Aufgaben anzupacken, wir haben genug Fachleute und der Rest muss gewonnen und geschult werden. Um es kurz zu halten: Sozialer und menschlicher Vereinsamung muss im Vorfeld begegnet werden. Darum Angebote in jedem Stadtteil. Seniorengymnastik, Tanz,  Seniorenmittagstisch, Entlastung von pflegenden Angehörigen. Besuchsdienste und Seniorentagesstädten usw. können alles Mittel sein, um frühe Immobilität zu verhindern.

Aber auch unsern Mitbürgern in den Pflege und Seniorenheimen müssen wir zeigen, dass sie nicht vergessen sind. Hier liegt viel Arbeit vor uns. Ein kurzes Beispiel: Ich bin Einsatzleiter des BBD (Besuchs- und Begleitungsdienstes)  mit Hund. 48 Hunde und 45 Mitarbeiter befinden sich kreisweit im Einsatz. Alleine für das Weilburger Stift bräuchte ich noch fünf zusätzliche Teams, um den Senioren, aber auch den Tieren gerecht zu werden. Eine schöne, vor allen Dingen für alle, eine bereichernde Aufgabe. Vernetzung ist notwendig. Danke Frau Kollegin Würz, dass wir im KIZ Kubach unsere Arbeit vorstellen durften.

Hier liegt noch ein großes Feld für unserem Behinderten und den Seniorenbeirat brach, das in Zukunft bearbeitet werden muss. Darum meine abschließende Bitte: Nicht die Politik sondern die Senioren und Behinderte stehen im Vordergrund unseren Handelns. Bei der anstehenden Wahl der stimmberechtigten Mitglieder der Beiräte können wir gemeinsam beweisen ob wir es  begriffen haben.

Weilburg, 3.11.2016

Jürgen Klemm, Stadtverordneter, Kirschhofen

 
 

MdL Tobias Eckert