
Es war ein Abend mit viel Energie, Engagement und auch spürbarer Spannung. Zahlreiche Kulturschaffende aus der heimischen Region kamen zusammen, um über ihre Arbeit, ihre Visionen – und ihre Sorgen – zu sprechen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wird das enorme ehrenamtliche Engagement auf dem Land ausreichend gewürdigt und unterstützt? Zu Gast und von der SPD eingeladen war Hessens Kulturminister Timon Gremmels (SPD), der sich den Fragen der Kulturinitiativen stellte.
Während in Städten wie Frankfurt am Main, Wiesbaden oder Kassel große Theaterhäuser, Museen und Opernbühnen mit beachtlichen öffentlichen Mitteln gefördert werden, sieht die Realität in kleineren Gemeinden anders aus. Hier entsteht Kultur oft aus Idealismus – und fast immer ehrenamtlich. Ob ambitionierte Laientheatergruppen, das beeindruckende Chorwesen oder Initiativen wie Heimspiel Kultur: Sie alle eint der Wunsch, kulturelle Teilhabe vor Ort zu ermöglichen. Proben nach Feierabend, Organisation am Küchentisch, Aufführungen in Mehrzweckhallen – getragen von Begeisterung und Gemeinschaftssinn. „Wir machen das aus Überzeugung“, sagte eine Theatermacherin. „Aber Überzeugung allein bezahlt keine Miete und keine Technik.“ Minister Gremmels verwies auf eine Vielzahl bestehender Förderprogramme und betonte, dass Mittel grundsätzlich vorhanden seien. Man müsse die Möglichkeiten stärker nutzen, sich beraten lassen und Anträge stellen. Das Land Hessen biete unterschiedliche Fördertöpfe, auch speziell für den ländlichen Raum. Damit kleine Initiativen ohne hauptamtliche Kräfte nicht so schnell an ihre Grenzen stoßen wird sich einheitlich auf die stärkere Vernetzung untereinander verständigt.