Die Kristallhöhle Kubach - ein Touristenmagnet

Veröffentlicht am 21.08.2020 in Fraktion

Gerd Mathes (li) zusammen mit Jens Witte vor einer Stele des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus.

SPD-Weilburg informiert sich über die Umbauarbeiten

Von 1981 bis heute hatte die Kubacher Kristallhöhle 1,7 Millionen Besucher. Diese imposante Zahl erfuhren die Weilburger Sozialdemokraten bei einem Termin in dieser wichtigen touristischen Einrichtung von dem Diplom-Geophysiker Gerd Mathes. Das zeigt die Bedeutung und Anziehungskraft für den heimischen Fremdenverkehr, denn die Gäste kommen oft aus 100 bis 200 Kilometern Entfernung.

Träger des Höhlenbetriebs ist der Höhlenverein Kubach e.V., der mit einem hohen Engagement und großer Eigeninitiative die anfallenden Arbeiten mit ehrenamtlichen Kräften erledigt. Derzeit laufen in Verbindung mit der Stadt Weilburg Umbau- und Sanierungsarbeiten, um die Gebäude auf einen modernen und zeitgemäßen Stand zu bringen. Die Corona-Krise hat uns etwas zurückgeworfen, doch bis zum Dezember soll nach unseren Planungen der gastronomische Betrieb anlaufen, berichtete Gerd Mathes. Ein guter Gastronom ist gefunden und damit gibt es weiteren Auftrieb.

Insgesamt hat auch Corona den Höhlenbetrieb kräftig durcheinander gewirbelt, denn die geplante Eröffnung im März konnte nicht stattfinden und erst ab dem 18. Juli 2020 wurden wieder Besuchergruppen empfangen. Ein strenges, mit den Fachbehörden abgestimmtes Schutzkonzept, mit kleineren Gruppen, Mundschutz, Handschuhen und Abstandsregeln, dient der Sicherheit der rund 100 Tagesbesucher während der Woche. Am Wochenende verdoppelt sich diese Zahl. Insgesamt wird in diesem Jahr unter erschwerten Bedingungen mit 10.000 Besuchern gerechnet, gegenüber 25.000 in normalen Jahren.

Informationszentrum des Geoparks

Die Kristallhöhle Kubach ist auch eines der Informationszentren des 2010 eingerichteten Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus. Es entstehen wichtige Synergieeffekte, denn das geologisch interessierte Fachpublikum will sich vielleicht noch des Besucherbergwerk der Grube Fortuna oder das Lahn-Marmor-Museum ansehen. Der Geopark bietet spannende Informationen über 400 Millionen Jahre Erd- und über 2.500 Jahre Bergbaugeschichte. Über den Bergbau führt auch der Weg zur Kubacher Kristallhöhle, denn um 1880 wurde hier unter Tage Phosphorit abgebaut und dabei von einer Tropfsteinhöhle berichtet, die später wieder in Vergessenheit geraten ist.

Erst 1974 bildete sich eine Interessengruppe, die sich zum Höhlenverein entwickelte, die mit Bohrungen begann und dabei die jetzige Kristallhöhle fand. Die Tropfsteinhöhle, auch Polsterhöhle genannt, ist immer noch ein Geheimnis und der Verein hat sich nach wie vor das Ziel gesetzt, diese Höhle zu finden. Die Kristallhöhle Kubach ist die einzige Calcit-Kristallhöhle in der Bundesrepublik. Umgeben von 350 Millionen Jahre altem Kalkstein, geschmückt mit unzähligen Kristallen und Perltropfsteinen, erhält der Besucher einen guten Einblick in erdgeschichtliche Vorgänge. Die Kristallhöhle besitzt ebenfalls mit 30 Metern die höchste Halle aller deutschen Schauhöhlen. Das Kubacher Höhlensystem entstand während der Eiszeit und konnte bisher nur zu einem kleinen Teil freigelegt werden

Persönliches Engagement und regionale Entwicklung

Mit einem hohen Einsatz freiwilliger Helfer, mit vielen Sponsoren aus der Region und mit staatlichen Mitteln wurde in den Folgejahren die Höhle für den Besucherbetrieb erschlossen und ist seit 1981 geöffnet. Insgesamt ein Glücksfall für den heimischen Raum, denn hier zeigt sich, wie persönliches Engagement die regionale Entwicklung beeinflussen kann. Eine vorbildliche und beispielhafte Initiative, so das Urteil der heimischen SPD-Vertreter.

Foto: Gerd Mathes kennt in der heimischen Region jeden Stein und er kann dazu auch noch eine Geschichte erzählen. Eine Führung mit ihm durch die Kristallhöhle in Kubach ist deswegen auch ein besonderer Leckerbissen.

Text und Foto: Hartmut Bock

 

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MdL Tobias Eckert