Das Weilburger Krankenhaus auf dem Weg zu einem modernen Gesundheitszentrum Die Fraktionsvorsitzenden im Weilburger Stadtparlament haben vom Geschäftsführer der Krankenhaus Weilburg gGmbH Peter Schermuly ein Schreiben mit einem Dankeschön für die Unterstützung bei der weiteren Entwicklung des Krankenhausstandortes Weilburg und der Beschlussfassung des Bebauungsplans "Steinbühl" erhalten.
Dies berichtet der SPD-Fraktionsvorsitzende Hartmut Bock. Damit ist nun der Weg frei für die weitere Entwicklung des Gesundheitsstandorts Weilburg mit der Schaffung eines Ärztehauses. Die Weilburger Sozialdemokraten nehmen dieses "Dankeschön" gerne an. Vorausgegangen ist innerhalb der SPD ein intensiver Diskussionsprozess über das Für und Wider eines Ärztehauses, in dem nicht nur Fachärzte, sondern auch "medizinnahe Einrichtungen" untergebracht werden sollen. Wird damit die Entwicklung der Innenstadt behindert oder beeinträchtigt?
Heftige Diskussion
Diese Frage löste heftige Diskussionen aus. Schließlich wurde ein Weg gefunden, der für alle Beteiligten akzeptabel ist und der auch in großer Geschlossenheit vom Weilburger Stadtparlament getragen wird. Das Weilburger Krankenhaus ist nicht nur für die Entwicklung des Gesundheitsstandorts wichtig. Es ist auch ein Wirtschaftsfaktor in der Region und zählt zu den größten Arbeitgebern in Weilburg und der Oberlahn-Region.
Ende gut alles gut?
Politisches Ziel der Weilburger Sozialdemokraten ist die Erhaltung und Weiterentwicklung des örtlichen Krankenhauses zu einem modernen Gesundheitszentrum. Die Entscheidung des Stadtparlaments ist da aber nur ein kleiner Schritt in diese Richtung. Alle Krankenhäuser in Deutschland stehen untereinander in einem harten Wettbewerb und haben einen hohen Kostendruck. Nur etwa 75 Prozent der Krankenhausbetten sind bundesweit ausgelastet. Deswegen rechnen Experten mit einem weiteren "Sterben" von Krankenhäusern. Eine Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG aus 2009 sieht 80 Prozent der Häuser gut aufgestellt, aber 20 Prozent sind akut gefährdet. Zitat: "Die deutsche Krankenhauslandschaft steht vor einer gewaltigen Veränderung, denn der Wettbewerb wird sich deutlich verschärfen und der Druck zum wirtschaftlichen Handeln verstärken. In den nächsten fünf Jahren werden weitere Krankenhäuser aufgeben, fusionieren oder neue Rechtsformen eingehen. Am Ende werden diejenigen dominieren, die qualitativ und wirtschaftlich den modernen Anforderungen gerecht werden. Entscheidend ist hier die Eigeninitiative der einzelnen Häuser. Der Staat wird sich weiter zurückziehen."
Für Weilburg bedeutet dies: Hände in den Schoß legen gilt nicht! Es muss weiter an der Existenzsicherung des Krankenhauses gearbeitet werden. Die Weilburger Sozialdemokraten werden dieses Ziel unterstützen. Die Hauptverantwortung liegt aber bei der Geschäftsführung und dem Landkreis als Eigentümer der Einrichtung. (bk)