„Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen“

Veröffentlicht am 08.07.2017 in Allgemein

Wo sind die Bienen geblieben? Dies Frage greift das Weilburger Tagelatt auf.

Warum verschwinden unsere Bienen?

Diese Frage hat das Weilburger Tageblatt aufgegriffen und ein Projekt zur Stärkung der biologischen Vielfalt vorgestellt. Ist es die intensive Landbewirtschaftung? Oder ist es die flächenfressende Siedlungsplanung der Kommunen und der staatlichen Stellen, denn immerhin werden heute noch täglich 66 Hektar Fläche in Deutschland für Straßen, Baugebiete, etc. verbraucht? Kann der Verbraucher an der Erhaltung der Artenvielfalt mitwirken?

Diesen Fragen ist Jürgen Klemm aus Kirschhofen nachgegangen. Für die SPD ist er im Weilburger Stadtparlament aktiv. Seine Meinung hat er in einem Leserbrief dem WEILBURGER TAGEBLATT mitgeteilt. Nachfolgend veröffentlichen wir den Text im Wortlaut:

Da kommt doch Hoffnung auf, dass man bei den Landwirten endlich erkennt dass es so nicht weiter geht und man sich als Landwirt selbst seine Lebensgrundlage zerstört. Sterben die Bienen, stirbt auch bald der Mensch. Danke Familie John für diese Weitsicht ! Danke an alle Imker für ihre wichtige Arbeit für Mensch und Natur.

Allerdings hat Armin Müller recht wenn er die einseitige Kritik der Imker zurückweist. Schuld ist nicht der Landwirt, sondern der Verbraucher und die Unfähigkeit der Politik auf allen Ebenen. Es fängt bei der EU an und hört bei den Kommunen auf. Hier in Weilburg sehen wir doch die Negativbeispiele. Landfraß vor Innenstadt und Dorfkernsanierung. Der sinnvolle Antrag der Grünen im Stadtparlament, Blühflächen in der Stadt und den Ortsteilen zu gestalten ist in den politischen Schubladen verschwunden. Gerade jetzt ist wiederum zu beobachten, das alles was grün ist und blüht auf 5 cm gestutzt wird. Wann lernen wir endlich, dass es keine Unkräuter gibt? Wann hören wir endlich mit dem Gifteinsatz in unseren Gärten auf? Unsere Vorstellung über schön und nützlich muss sich grundlegend ändern.

Und nun noch zurück zum Verbraucher. Herr John drückt es genau aus und bringt es auf dem Punkt. Der Landwirt muss von dem leben was er erzeugt. Solange der Verbraucher Masse vor Klasse fordert, kann keine nachhaltige und ökologisch gerechte Landwirtschaft gelingen.Wer jeden Tag die billigen Fleischerzeugnisse der Discounter auf den Tisch haben will, lebt nicht nur ungesund sondern zerstört auch damit seine eigene Lebensgrundlage. Erst wenn wir dieses erkennen und danach handeln, haben Bienen, hat die Natur und letztendlich auch die Menschheit eine Chance zum Überleben.

Es klingt hart ist aber unausweichlich: Wir alle müssen uns ändern, damit die Natur und somit auch die Menschen überleben können. Schon morgen können wir mit unserem Kaufverhalten und Konsum damit anfangen.

Jürgen Klemm, Wingertstaße 44, Weilburg-Kirschhofen

 

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