Mehr Ökologie wagen

Veröffentlicht am 10.03.2020 in Fraktion

Eine artenreiche und intakte Kulturlandschaft stärkt die ökologische Vielfalt und dient dem Klimaschutz

SPD will naturschonende Bewirtschaftung städtischer Flächen

Die Weilburger Sozialdemokaten haben jetzt im Stadtparlament einen Antrag zur ökologischen Stärkung, für Artenvielfalt und Biodiversität vorgelegt. Dabei geht es zunächst um stadteigene Flächen im Außenbereich, die stärker als bisher naturschonend bewirtschaftet werden sollen. Die Stadt kann damit eine wichtige Vorbildfunktion übernehmen, die bei privaten Grundstückseigentümern Nachahmer finden soll. Bereits im letzten Jahr wurde ein wichtiges Naturschutzprojekt zur Erhaltung von Wildbienen mit dem Konradspreis ausgezeichnet.

Fachleute aus Naturschutz und Landwirtschaft

Die dort prämierten Ziele sollen natürlich auch bei der eigenen städtischen Arbeit praktiziert werden, finden die Sozialdemokraten und haben auf Anregung von Jürgen Klemm aus Kirschhofen diesen Antrag ausgearbeitet, der jetzt zur Entscheidung vorliegt. Dabei ist zunächst nichts in Stein gemeißelt, denn die konkrete Umsetzung soll mit Fachleuten aus Naturschutz und Landwirtschaft abgestimmt werden. Diese Regeln sind dann bei der Neuverpachtung städtischer Flächen zu berücksichtigen. Mehr Ökologie und Schutz der Natur in der gesamten Stadt – dies ist das langfristige Ziel der Sozialdemokraten. Dieses Ziel dient auch dem Grundwasserschutz, denn der Eintrag von Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln wird reduziert. Bereits heute sind städtische Brunnen nicht mehr am Netz, weil der Schadstoffgehalt über den zulässigen Grenzwerten liegt.

„Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“

Mehr Ökologie im kommunalen Bereich wird auch vom Bundesumweltministerium gefördert. Ein Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ wird derzeit im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz unterstützt. Am dortigen Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ sollen sich viele Gemeinden und Städte in Deutschland beteiligen. Zu den Zielen ist auf der dortigen Homepage nachzulesen: „Es lohnt sich also Stadtnatur zu erhalten und zu entwickeln – für uns Menschen, aber auch, um dem anhaltenden Rückgang der biologischen Vielfalt wirksam zu begegnen. Der Rückgang der biologischen Vielfalt schließt auch die Insekten mit ein. Aktuelle Studien zu mehreren Regionen in Deutschland belegen, dass die Biomasse und die Artenvielfalt der Insekten innerhalb der letzten Jahrzehnte stark zurückgegangen sind. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Roten Listen wieder – so haben 44 % der etwa 7.500 bislang bewerteten Insektenarten negative Bestandstrends. Hierdurch ist die Nahrungsgrundlage für weitere Tiergruppen wie Vögel und Reptilien nicht mehr gewährleistet. Auch wir Menschen sind davon betroffen, beispielsweise wenn Nutzpflanzen nicht mehr bestäubt werden.“

„Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“

Weilburg steht erst am Anfang des Weges und wichtige Handlungsfelder sind noch nicht bearbeitet. Der vorliegende Antrag ist nach Einschätzung von Jürgen Klemm und Hartmut Bock von der SPD-Fraktion ein erster Schritt, dem noch viele weitere Maßnahmen folgen müssen. Am Ende kann dann eine Teilnahme an dem Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ stehen, denn immerhin gibt es ein Preisgeld von 25.000 Euro und die Stadt kann mit guten Leistungen glänzen. (bk)


Foto: Der bundesweite Wettbewerb„Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ wurde am 5. Februar 2020 gestartetchrift

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MdL Tobias Eckert