SPD-Anfrage: Wohnraum für Weilburg

Veröffentlicht am 30.10.2016 in Fraktion

Die Mietwohnungen in der Nähe des Kirmesplatzes wurden 1967 von der Nassauischen Heimstätte errichtet.

Gibt es in Weilburg genügend Wohnraum, um den aktuellen Bedarf, insbesondere für Familien mit niedrigem Einkommen zu decken? Diese Frage bewegt die Weilburger Sozialdemokraten, die bereits im Februar 2015 im Stadtparlament dazu einen Antrag stellten. Jetzt hat das Thema zusätzliche Brisanz erhalten, weil es seit dem Sommer des letzten Jahres eine hohe Zuwanderung, insbesondere durch geflüchtete Menschen gab, die sich ebenfalls auf den Wohnungsmarkt auswirkt. Mit einer Anfrage im Stadtparlament soll jetzt erneut Bewegung in die Angelegenheit kommen, so der Fraktionsvorsitzende Hartmut Bock, denn ein weiterer Aufschub ist nicht zu verantworten.

Was wird nachgefragt?

Im Kern geht es um den tatsächlichen Wohnraumbedarf in Weilburg. Gibt es überhaupt eine hohe, nicht gedeckte Nachfrage? Hat die Stadt genaue Zahlen über die Wohnungssuchenden in der Stadt? Was wird nachgefragt? Das Einfamilienhäuschen im Grünen? Die gut sanierte Altbauwohnung? Oder sind es günstige Wohnungen in mehrgeschossigen Mietshäusern? Die Antwort auf diese Fragen ist wichtig weil es nur dann gelingt, Investoren zu finden, die in Weilburg in den Immobilienmarkt investieren. Planungssicherheit für private Träger oder auch für den öffentlich geförderten Wohnungsbau entsteht nur, wenn genaue Zahlen vorliegen und potentielle Bauherrn die Situation vor Ort kennen.

Junge Menschen in der Region halten

Bisher hat die Stadt Weilburg bei der baulichen Entwicklung immer auf die Ausweisung von Neubaugebieten gesetzt. Nachgefragt wird aber heute ein breites Angebot kleiner Wohnungen in attraktiver Umgebung, zentral gelegen und gut versorgt, mit dem Laden und der Bushaltestelle um die Ecke. Diese Standorte sind begehrt und werden angenommen. Sie liegen nicht am Stadt- oder Ortsrand, sondern im Zentrum. Hier muss sich die Stadt dringend einen Überblick beschaffen, wie hoch der Bedarf ist. Private Investoren sind zu gewinnen. Doch auch die Stadt oder die stadteigene Baugesellschaft muss ein Angebot im geförderten Wohnungsbau zu schaffen. Nur so gelingt es junge Menschen in der Region zu halten und damit auch die Einwohnerzahlen zu stabilisieren. Auch für die momentane Zuwanderung durch Flüchtlinge bietet sich die Möglichkeit zu bleiben, statt in die Ballungszentren abzuwandern.

Mozartstraße in Weilburg. Auch hier gibt es ein Angebot an Mietwohnungen. Erste Gebäude wurden bereits saniert.

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Text und Fotos: Hartmut Bock

 
 

MdL Tobias Eckert