
Die SPD-Kreistagsfraktion setzt sich für neue Formen der Mobilität ein, die auch in Weilburg erprobt werden sollen.

So mancher Autofahrer würde sich umschauen, gäbe es keine Busse und Bahnen im Landkreis Limburg-Weilburg. Denn würden tagtäglich 42.000 Pendler und Schüler statt mit dem ÖPNV mit privaten PKW transportiert, wäre an vielen Stellen ein Verkehrschaos vorprogrammiert. Damit dies nicht passiert, organisiert die Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil (VLDW) im Auftrag der Kommunen den Busverkehr im Landkreis. Mit dem zuständigen RMV werden außerdem die regionalen Eisenbahnstrecken abgestimmt.
Wichtige Strategien und Ziele des örtlichen Bus- und Bahnverkehrs legt der „Lokale Nahverkehrsplan“ fest, der vom Kreistag beschlossen wird. Im Rahmen eines SPD-Ortstermins in Weinbach-Elkerhausen stellte VLDW-Geschäftsführer Dirk Plate zusammen mit dem zuständigen Planer Markus Rinnert den aktuellen Entwurf für die Jahre 2014 bis 2018 vor. Auch viele Ideen der SPD finden sich darin wieder, so der Anschluss des ICE-Bahnhofs Limburg-Süd an das lokale Busnetz oder das Ziel, die Tarifgrenze zwischen Limburg und Diez aufzuheben, erläuterte Christian Radkovsky für die SPD-Kreistagsfraktion.
Doch nicht nur die Kreisstadt steht im Focus der Plans: Gerade ländliche Räume stellen besondere Herausforderungen an die Verkehrsplanung, insbesondere dann, wenn es dort immer weniger und immer ältere Einwohner gibt. Der Lokale Nahverkehrsplan will dem mit der Einrichtung eines Anruf-Sammel-Taxis begegnen, das Bürger nach Bedarf transportieren kann. Konkret geht es um ein Gebiet in der südlichen Oberlahnregion, das Teile von Weinbach, Weilburg und Weilmünster umfasst. VLDW-Geschäftsführer Plate erläuterte, dass damit Ortsteile erschlossen werden, die nicht an der Eisenbahn oder den Hauptbuslinien liegen.
Für die SPD begrüßte Christian Radkovsky diesen Ansatz: „Wir freuen uns, dass sich unsere Initiative, den ländlichen Raum mit Bürgerbussen und Anruf-Sammel-Taxis aufzuwerten, in dem Lokalen Nahverkehrsplan wieder findet.“ so der verkehrspolitische Sprecher der Kreistagsfraktion. Für die Weinbacher SPD stellte Fraktionsvorsitzender Friedhelm Ketter fest, dass ein solches Angebot ein wirklicher Mehrwert für die Weinbacher Bürger sei. „Anruf-Sammel-Taxis könnten sogar Senioren oder behinderte Mitbürger bis vor die Haustür bringen“ betonte Weinbachs Kreistagsabgeordneter Reinhold Ketter, der auch die Bedeutung der beiden örtlichen Lahntalbahn-Haltepunkte Fürfurt und Gräveneck herausstellte.
VLDW-Geschäftsführer Plate erläuterte weiterhin, dass die Einführung von Anruf-Sammel-Taxis in erster Linie mehr Attraktivität und einen besseren Service bedeutet. Er warnte vor der Illusion, der Betrieb von Anruf-Sammel-Taxis sei automatisch günstiger als herkömmliche Buslinien. Die Anruf-Sammel-Taxis werden im RMV-Tarif fahren. Die Kombination aus Eisenbahn und Anruf-Sammel-Taxi würde dann keine zusätzliche Fahrkarte erfordern. „In vielen ländlichen Teilen Hessens stehen derzeit solche neuen ÖPNV-Formen auf der Tagesordnung“ berichtete der Landtagsabgeordnete Tobias Eckert. Er plädierte dafür, dass auch die Menschen in dünner besiedelten Gebieten ein Anrecht auf ein gutes ÖPNV-Angebot hätten. (cr)