Weilburg - Perle an der Lahn

Veröffentlicht am 24.02.2013 in Stadtpolitik

Weilburg - aus der Luft und aus der Ferne bietet die Stadt eine reizvolle Kulisse

Das Weilburger Schloss und die historische Altstadt, inmitten einer Lahnschleife, sind bundesweit einmalig.

Wird es den Verantwortlichen der Stadt gelingen,  diesen Bereich intakt, attraktiv und lebendig zu halten oder wird sich die Spirale nach unten - leere Geschäfte, ungenutzte Wohnungen, Gebäudeverfall, zunehmende Überalterung  -  fortsetzen?

Stadtentwicklung überall. In Gießen ist jetzt mit Albert Speer ein renommierter Stadtplaner am Werk und in Wetzlar wird von einem Büro aus Maastricht ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet, um die Städte für die Zukunft zu rüsten.

Auch in Weilburg gibt es eine Debatte zur künftigen Entwicklung.

Einen Leserbrief des Stadtverordneten Hartmut Bock dazu, erschienen am 21.Februar im Weilburger Tageblatt, veröffentlichen wir nachfolgend als Diskussionsbeitrag:

Bauen in Weilburg - gute Chancen für neue Ziele

Berichte zur Stadtentwicklung mit dem Toilettenhäuschen in Weilburg und ein Interview mit dem Stadtplaner Albert Speer über Gießen liefert das TAGEBLATT in einer Ausgabe. Unterschiedliche Situationen, doch interessante Ansätze, die auch für uns bedeutsam sind.

Mehr qualitatives Wachstum, mehr Vernetzung und Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg, so die Forderungen des renommierten Planers, die auch bei uns passen. Dabei wird es nach seiner Einschätzung in Mittelhessen kein Bevölkerungswachstum mehr geben, eine Aussage, die sich bei uns mit der Tiefensee-Prognose deckt. Wachstum bedeutet deswegen mehr Qualität und nicht „mehr Fläche“. Dieser Grundsatz hat sich in Weilburg noch nicht überall durchgesetzt, wie die jüngsten Diskussionen zur Ansiedlung eines Drogeriemarkts oder die Überlegungen für das Projekt „Green Village“ zeigen.

Was aber bedeutet „mehr Qualität“? Eine gute bauliche Gestaltung, die charakteristisch für unsere Region ist und sich wohltuend von einer gesichtslosen  Architektur abhebt, gehört dazu. Dabei gilt es sorgsam mit der vorhandenen historischen Bebauung umzugehen, um gleichzeitig neues, modernes  Bauen in alter Umgebung zu ermöglichen. Erhaltung und Abriss kommen nebeneinander zum Einsatz.

Gute Planer und Architekten können das. Doch Qualität ist mehr. Dazu gehört ein attraktives Wohnumfeld für Kinder, Familien und Senioren, eine gute wohnungsnahe Grundversorgung, der Laden um die Ecke ist gefragt oder die soziale Infrastruktur mit einem qualitätsvollen Betreuungsangebot für Kleinkinder. Auch das älter werden in der gewohnten Umgebung ist heute sehr wichtig. Schule, Arbeitsplätze, Mobilität, alles in der Nähe, eine Aufzählung die sich leicht fortsetzen lässt.

Die Abkehr vom Flächenwachstum und die Hinwendung zum qualitativen Wachstum sind wichtige Herausforderungen für  Weilburg. Bisher haben wir uns damit sehr schwer getan, wie die Innenstadtentwicklung oder die Umnutzung ehemaliger Gewerbestandorte zeigt. Das vermeintliche Wachstum auf der grünen Wiese wurde uns ja in der Vergangenheit sehr leicht gemacht und ist auch noch billig dazu. Doch langfristig hat damit ein Standort keine Zukunft, wie die Aussagen von Albert Speer am Beispiel von Gießen zeigen.

In Weilburg wird derzeit an einer Planung für die künftige Siedlungsentwicklung gearbeitet, ein neuer Flächennutzungsplan entsteht. Deswegen gibt es gute Chancen, die neuen Ziele zu verwirklichen. "

 
 

Unser Landtagsabgeordneter Tobias Eckert

 

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