Bundeswasserstraße hat zentrale Bedeutung für Lahntal-Tourimus: Wertschöpfung durch nachhaltiges Wasserwandern

Veröffentlicht am 28.06.2011 in Stadtpolitik

Wäre die Lahn ein Unternehmen, sie wäre ein ziemlich großes: Etwa 200 Millionen Umsatz und etwa 2500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze hängen allein im Bereich der Lahn im Landkreis Limburg-Weilburg vom Lahntaltourismus ab...

Mit diesen Zahlen, die sich nicht nur auf den Bootsverleih und Fahrgastschiffe, sondern auch auf Hotels, Camping, Gastronomie und Handel beziehen, belegte FMG-Geschäftsführer Knut Rehn eindrucksvoll die wirtschaftliche Bedeutung der Lahn für die Region. Achim Girsig, Geschäftsführer des Lahntal-Tourismus-Verbandes, spannte den Bogen noch weiter: Für das gesamte Lahngebiet von der Quelle bis zur Mündung, macht die touristische Wertschöpfung über eine Milliarde Euro aus, wobei der Wassertourismus dabei eine zentrale Rolle spielt. Der Lahntal-Tourismus-Verband werde sich deshalb entschieden für den Fortbestand der Lahn als Bundeswasserstraße einsetzten, so Girsig weiter.

Nachdem eine Resolution zur Bundeswasserstraße bereits im Kreistag auf den Weg gebracht wurde, hatten nun die SPD-Fraktionen in Kreis und Stadt zu einem Ortstermin in Odersbach eingeladen. Christian Radkovsky, Chef der Weilburger SPD-Fraktion und verkehrspolitischer Sprecher der SPD im Kreis, unterstrich dabei die wirtschaftliche Bedeutung der Lahn. Der Unterhalt der Bundeswasserstraße sei keine Spielerei, sondern eine wichtige Zukunftsinvestition in die touristische Entwicklung der Region. Viele Existenzen seien bedroht, wenn Berlin an den Privatisierungsplänen festhalte.

Für den Weilburger Bürgermeister Hans-Peter Schick ist die drohende „Ausgründung“ der Lahn eine weitere Fehlentwicklung auf Kosten der Kommunen. Der Rückzug des Bundes im Schienenverkehr sei bereits zu Lasten der Region gegangen, beispielsweise bei der Unterbrechung der vorher durchgängigen Lahntalbahn in Limburg. Nun sollen auch noch der Unterhalt für die Bundeswasserstraße auf die Kommunen abgewälzt werden, wobei gerade Weilburg mit drei Schleusen und dem einmaligen Schiffstunnel besonders betroffen sei.

Auch Gerd Matthes, Chef der Braunfelser SPD-Fraktion, sprach sich für den Erhalt der Bundeswasserstraße aus. Wer auf der Lahn Kanu fahre, mache einen sehr naturnahen Urlaub mit einer hervorragenden Öko-Bilanz. Gerade in Odersbach sei die Bundeswasserstraße Lahn eng mit dem örtlichen Tourismus verknüpft, erläuterte der Vorsitzende des örtlichen Kur- und Verkehrsvereins Thomas Kremer. Die Lahn sei das touristische Highlight, um dass sich in Odersbach eine gewachsene Struktur mit Campingplatz, Jugendherberge, Bäcker, Metzger, Gastronomie und Schwimmbad entwickelt habe, die auch der heimischen Bevölkerung zu Gute kommt.

Helmut Jung, der als stellvertretender Landrat auch für den Umwelt- und Naturschutz zuständig ist, betonte, dass ein nachhaltiger Tourismus in der Region erst durch ein Miteinander von Natur und Tourismus auf der Lahn möglich sei. Wenn der Bund die Finanzierung der Bundeswasserstraße Lahn einstelle, treffe dies auch die wichtigen Investitionen in Fischaufstiegshilfen. Dem konnte Reinhold Ketter, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, nur beipflichten: Naturschutzprojekte und Naherholung seien kein Widerspruch. Mehr Naturschutz an der Lahn sei auch möglich, ohne Jahrhunderte alte Kulturdenkmäler zu zerstören. (cr)

V.l.n.r.: Daniel Jung, Karl-Heinz Stoll, Helmut Jung, Hans-Peter Schick, Thomas Kremer, Stephan Kramer, Achim Girsig, Christian Radkovsky

 
 

Unser Landtagsabgeordneter Tobias Eckert

 

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