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Heftige Kritik übt der Weilburger SPD-Vorsitzende Karl-Peter Wirth an den Zahlenspielen und den statistischen Tricks von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zur Kinderarmut.

Heftige Kritik übt der Weilburger SPD-Vorsitzende Karl-Peter Wirth an den Zahlenspielen und den statistischen Tricks von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zur Kinderarmut.
„In Deutschland sind 1,64 Millionen Kinder auf Hartz IV angewiesen – 2006 waren es noch fast zwei Millionen. Die Kinderarmut auf dem Rückzug?“ Dies ist falsch und irreführend. Statistiken sind oft geschönt und daher gezielt zu hinterfragen, so der SPD-Politiker. Vollständig vergessen wird dabei der demographische Faktor, denn es sind auch weniger Kinder vorhanden und die Zahl der Älteren steigt deutlich.
Kluft zwischen Arm und Reich wird größer
Gerade hier zeigt sich die Auswirkung der steigenden Lebenshaltungskosten Es gibt immer weniger Menschen, die in ihrem Ruhestand genug Geld zum Leben haben werden. Unverkennbar ist zudem, dass die Einkünfte der Reichen in den letzten Jahren weiter gewachsen sind. Demgegenüber sind die Einkommen im unteren Bereich zurückgegangen. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird in Deutschland immer deutlicher. Aus diesen Gründen stuft auch der Deutsche Kinderschutzbund die Aussagen der Bundesarbeitsministerin als irritierend ein.
SPD drängt auf die Vorlage des Armutsberichts in Weilburg
Es gibt keinen Grund zum zurück lehnen, so Karl-Peter Wirth, der sich auch beruflich mit Jugendpolitik und Armutsbekämpfung beschäftigt. Deswegen dürfen wir auch in Weilburg den auf SPD-Initiative geforderten Armutsbericht nicht vergessen. Dieser lässt viel zu lange auf sich warten und muss endlich vorgelegt werden, um konkrete Maßnahmen in der Stadt einleiten zu können. Das Thema Armut ist nach Wirths Einschätzung viel facettenreicher, darf nicht ausschließlich auf die finanzielle Seite reduziert werden. Neben dem Einkommen sollten auch Aspekte wie Bildung, Gesundheit, Wohnraumsituation und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben eine Rolle spielen. Hier sind die Unterschiede mehr als deutlich. Bildungsgutscheine, die aus Scham oft nicht in Anspruch genommen werden, helfen hier nur bedingt.
Soziale Stadt" noch meilenweit entfernt
Vor diesem Hintergrund gibt es keinen Anlass die Augen zu verschließen. Interessant ist nach Einschätzung des SPD-Politikers der Hinweis der Ministerin auf die großen regionalen Unterschiede. Dies gilt auch für Weilburg. Soziale Brennpunkte, ungleiche Bildungschancen und vermehrte Hinweise auf Kindeswohlgefährdungen erschweren die Entwicklungschancen und Sozialisationsbedingungen von Kindern und Jugendlichen.
Von dem Ziel „Soziale Stadt“ oder „Soziale Kommune“ sind wir in Weilburg deswegen noch meilenweit entfernt, so Karl Peter Wirth. (kpw)
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Siehe auch:
SPD-Weilburg fordert Armutsbericht
Kinderschutzbund zweifelt von der Leyens Zahlen an
Kinderarmut nach wie vor hoch
Weilburger Tageblatt vom 30.1.2012