
Die tatsächliche Einwohnerentwicklung. Quelle: Stadthaushalt 2012
Interessante Erkenntnisse liefert der Entwurf des Stadthaushaltes 2012, der zurzeit von den Stadtverordneten durchgearbeitet wird.

Interessante Erkenntnisse liefert der Entwurf des Stadthaushaltes 2012, der zurzeit von den Stadtverordneten durchgearbeitet wird.
Es beginnt schon mit der Umschlagseite, denn hier gibt es Aussagen zur Bevölkerungsentwicklung der Stadt (Diagramm oben). Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Von 2003 bis zur Jahresmitte 2011 hat sich die Einwohnerzahl unserer Stadt um 739 Personen verringert. Das ist die Größe eines mittleren Dorfes. Gut oder schlecht? Eine Reduzierung ist niemals gut, doch weniger Einwohner bedeuten auch weniger Straßen, weniger Wasserleitungen weniger Kanäle – insgesamt weniger Kosten.
Weniger Menschen
Doch das wird nicht eintreten. Leitungen und Straßen sind da und können nicht einfach beseitigt werden. Im Klartext: Die Menschen werden weniger – die Kosten bleiben - und das Leben wird teurer. Eine Entwicklung, die auch die Finanzen der Stadt belastet. Dabei ist der Blick in die Zukunft schwer. Die vom Weilburger Hobby-Demografie-Forscher Andreas Tiefensee im Masterplan für das Jahr 2020 prognostizierte Einwohner-Zahl werden wir voraussichtlich schon 2013 erreichen.
Vitale Orte
Interessante Zahlen liefert jetzt das Internet-Portal Vitale-Orte.de. Dort gibt es eine Gemeindedatenbank mit einer Bevölkerungsprognose für alle hessischen Kommunen. Ziel ist es, die Gemeinden vor Investitionen zu schützen, für die es künftig keinen Bedarf gibt. Projektleiterin für „Vitale Orte“ ist übrigens Frau Susanne Schaab, eine engagierte Sozialdemokratin und Bürgermeisterin von Schotten im Vogelsbergkreis. Insgesamt werden dort für Weilburg in den nächsten Jahren weitere Bevölkerungsrückgänge vorausgesagt.
Neue Schulden
Doch der Haushalt enthält weitere interessante Zahlen. 20 Millionen Euro Einnahmen und 22 Millionen Euro Ausgaben plant die Stadt für 2012. Ein Loch von zirka zwei Millionen Euro. Das bedeutet mehr Schulden und einen höheren Kassenkredit. Zusätzlich gibt es noch wichtige Investitionen im Kanalbereich, die ebenfalls nicht alle aus der eigenen Tasche bezahlt werden können. Auch hier sind Kredite in Höhe von knapp zwei Millionen Euro geplant. Insgesamt kann deswegen die Verschuldung 2012 um weitere vier Millionen Euro steigen. Doch das ist alles nur eine Prognose. Die genaue Höhe werden wir am Jahresende erfahren.
Wichtige Projekte noch nicht finanziert
In diesem Zahlenwerk sind die wichtigen anstehenden Projekte der Stadt überhaupt noch nicht enthalten. Die Parkdecksanierung am Rathaus, die Stadthalle, das Bürgerhaus Hirschhausen, die Erneuerung des städtischen Kanalsystems, Straßenausbau – alles wichtige Maßnahmen die noch vor uns liegen.
Ein Beitrag des Stadtverordneten Hartmut Bock
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Weitere Links zum Thema:
Gemeindedatenbank - Daten von Weilburg