Mobil ohne Auto

Veröffentlicht am 22.07.2020 in Allgemein

Wie komme ich von Kirschhofen mit dem Bus nach Weilburg? Diese Frage diskutierten die SPD-Vertreter. Foto: Jan Kramer

SPD informiert sich über die Verkehrsanbindung in Kirschhofen

Innerhalb der Weilburger Stadtteile gibt es große Unterschiede bei den Busverbindungen. Dies wurde den Weilburger Sozialdemokraten in einem Ortstermin in Kirschhofen von dem dortigen Ortsbeiratsmitglied Günther Wiehlmann eindrucksvoll vorgeführt. In einem detaillierten Papier hat er die Anbindung von Kirschhofen und Odersbach an die Kernstadt verglichen. So gibt es in Odersbach Verbindungen im Stundentakt während von Kirschhofen aus nur sechs Busse zum Busbahnhof fahren, die in erster Linie den Berufspendlern nutzen.

Dazu kommt die unterschiedliche Zahl von Haltestellen. Fünf Haltepunkten in Odersbach steht ein Haltepunkt in Kirschhofen gegenüber. Auch der Schülerverkehr wird angesprochen und Optimierungspotentiale aufgezeigt.

 

Ältere Menschen ohne Auto

 

Nicht gut für die Stadtentwicklung, so das einmütige Votum der SPD-Vertreter, denn für Weilburg sind gleichwertige Lebensverhältnisse ein wichtiges Ziel. Mobilität ohne Auto muss möglich sein, denn der Bedarf wird zunehmen. Viele ältere Menschen haben kein Auto mehr, um Besorgungen zu erledigen, der nächste Markt ist weit weg. Familien verzichten auf den Zweitwagen und wenn kein Bus kommt, dann ist die Bevölkerung in einem Stadtteil schnell abgehängt. Ein attraktives Angebot führt auch zu einer höheren Nachfrage, erklärte Ortsvorsteher Heiko Rabs, der sich schon seit Jahren im Ortsbeirat mit einer besseren Anbindung an die Kernstadt beschäftigt.

 

Nahverkehr in einer hügeligen Region mit teilweise engen Straßen ist immer eine Herausforderung, so Christian Radkovsky, der sich auch auf Kreisebene mit dem Nahverkehr befasst. Nicht überall kommt ein großer Linienbus hin und es sind kleinere wendige Fahrzeuge wie der Weilburger Citybus erforderlich. Der ist aber nur nutzbar, wenn die Kirschhöfer über die Fußgängerbrücke nach Odersbach zum Dorfplatz gehen, wo der Bus abfährt. Für die ältere Bevölkerung ein nicht zumutbarer, weiter Fußweg, wie auch Günther Wiehlmann in dem Arbeitspapier feststellt.

 

Initiative im Stadtparlament

 

Die Weilburger Sozialdemokraten wollen im September die Verkehrsanbindung der Weilburger Stadtteile mit einem Antrag auf die Tagesordnung des Stadtparlaments bringen. Dabei geht es um die gesamte Stadt, denn es gibt überall ähnliche Situationen. Eine Initiative, die auch dem Klimaschutz und der Attraktivitätssteigerung der ländlichen Räume dient, die am Geld nicht scheitern darf, denn Mobilität in dünn besiedelten Räumen kostet mehr Geld. Erschwert wird das alles durch unterschiedliche Zuständigkeiten für den Nahverkehr, doch das darf uns nicht hindern, in Weilburg aktiv zu werden, so Fraktionsvorsitzender Hartmut Bock. Das Kirschhöfer Ziel der Erhöhung der Busfrequenz von montags bis samstags und die Einrichtung von zwei Haltepunkten am Dorfplatz und im Unterdorf wird auf alle Fälle unterstützt.

Weilburg, zentraler Omnibus-Bahnhof (ZOB). Hier ist das Ziel vieler Busse, die im Umland unterwegs sind. Doch es gibt große Unterschiede, wie die Sozialdemokraten bei einem Ortstermin in Kirschhofen feststellten, denn nicht alle Stadtteile sind gut an die Kernstadt angebunden. (Foto: Hartmut Bock)

 

Anlage: Das Günther-Wiehlmann-Papier

 

Text: Hartmut Bock

 
 

MdL Tobias Eckert