Die bauliche Entwicklung in der Adolfstraße steht auf dem Prüfstand.(Quelle: Google Maps) Hohe Papierstapel liegen auf dem Tisch des SPD-Fraktionsvorsitzenden Hartmut Bock. Ein Teil davon stammt von den Bewohnern der Adolfstraße in Weilburg mit Stellungnahmen und Meinungsäußerungen zum Bebauungsplan "Adolfstraße".
Im Kern werden zwei Punkte angesprochen:
a) Die überdimensionierte und für das Stadtbild unverträgliche Bebauung des Grundstücks "Adolfstraße 15" wird einhellig abgelehnt.
b) Kein Vertrauen in das Rathaus, insbesondere zum Bürgermeister, weil vermutet wird, dass der Bürgermeister und der Investor unter einer Decke stecken.
Dabei werden die Begründungen sehr sachlich und fachlich fundiert vorgetragen. Argumente, die nicht einfach unter den Tisch fallen können.
Weilburger wollen intaktes Stadtbild
Das Engagement der Weilburger für ein intaktes Stadtbild ist ja schon seit der Brückendiskussion bekannt. Deswegen ist es nachvollziehbar, wenn hier eine Bebauung angestrebt wird, die sich harmonisch und stadtbildverträglich in die vorhandenen Strukturen einfügt.
Neu ist das Misstrauen zum Rathaus. Dort soll das Gemeinwohl im Vordergrund stehen und nicht das rigide Durchsetzen von Einzelinteressen. So wird in einem Schreiben an den SPD-Fraktionsvorsitzenden folgendes ausgeführt: „Es ist offensichtlich, dass der Bürgermeister hier das Einzelinteresse des Investors über das Interesse des Stadtbildes stellt, warum auch immer und für uns, wie auch für viele Bürger von Weilburg und sogar für Nicht-Weilburger, völlig unverständlich.“ Zitat Ende.
Teurer Bebauungsplan
Auch der teure Bebauungsplan wird moniert. Zu Recht; denn das Projekt hätte auch ohne Bebauungsplan funktioniert, wenn das Rathaus fachlich sauber gearbeitet und argumentiert hätte. Die Lösung ist schlicht und einfach:
Das vorhandene Wohngebäude „Adolfstraße 15“ mit einem Volumen von rund 1.200 Kubikmetern wird saniert und baulich weiter entwickelt bis maximal 2.000 oder 2.200 Kubikmeter Volumen. Mehr nicht. Dazu ein kluger Architekt, der das „harmonische Einfügen“ sicher stellt und eine Ausführung mit Materialien schlicht, zurückhaltend und zum Standort passend.
Ein leichtes und fachlich fundiertes Ja-Wort des Magistrats wäre möglich gewesen - ohne Mitwirkung des Stadtparlamentes.
Doch diese Lösung ist nicht gewollt. 5.000 - 6.000 - 7.000 Kubikmeter Bauvolumen werden angestrebt, monströs und aufwändig die Ausführung. Das Verständnis für die sensible Situation vor Ort fehlt – beim Bauherrn und – vermutlich auch im Rathaus. Das Stadtparlament steht vor einer schweren Entscheidung. (bk)
Ein Beitrag des SPD-Fraktionsvorsitzenden Hartmut Bock.
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