Weilburg: Ein Jahr Einzelhandelskonzept - was ist bisher geschehen?

Veröffentlicht am 29.10.2010 in Kommunalpolitik

Eine gute Diskussion - die Runde wird fortgesetzt

Die erste Weilburger Runde der Sozialdemokraten war klein, hatte aber eine gehaltvolle Diskussion zur Entwicklung des Handels in Weilburg.

"Ein Jahr Einzelhandelskonzept - was ist bisher geschehen?" So lautete die Eingangsfrage des Fraktionsvorsitzenden Hartmut Bock, der zusammen mit dem Vorsitzenden der Kernstadt-SPD Heinz-Werner Koch zu diesem Treff in die KLEINE MARKTHALLE am Schlossplatz in Weilburg eingeladen hatte. Nicht viel, so könnte ein schnelles Urteil lauten. Doch bei genauem Hinsehen gab es eine Bürgerversammlung, eine Expertengruppe hat mit der Arbeit begonnen und die Stadt bereitet im Moment die bauleitplanerische Abgrenzung des Einzelhandelsangebotes vor. Insgesamt, auch dieses Urteil ist zutreffend, tut sich die Stadt schwer mit der Umsetzung des Konzepts.

Stärkung des Handels nur gemeinsam möglich

Doch die Stadt allein kann es nicht richten, auch der Handel ist gefragt. Hartmut Bock berichtete von hoffnungsvollen Gesprächen am Jahresanfang mit der Wirtschafts-Werbung-Weilburg, nach dem diese sich personell und organisatorisch neu aufgestellt hat. Mehr gemeinsames Handeln, ein zusammengehörender Werbeauftritt, kostenfreies Parken in der Innenstadt, gemeinschaftliche Finanzierung des Stadtmarketings – viele Gedanken wurden seinerzeit ausgetauscht. Bisher stehen verbindliche Rückmeldungen dazu noch aus, so der Fraktionsvorsitzende. Allen war damals klar, dass eine Stärkung des Handels nur gemeinsam möglich ist.

Rathausterrassen: Termin für den Schluss der Debatte

In Weilburg fehlen auch die Haus-und Grundbesitzerverbände, die sich anderenorts für die Stärkung der Zentren stark machen, so eine weitere Einschätzung der Runde. Auch die Rathausterrassen kamen auf die Tagesordnung. Hier müsse ein Termin für den Schluss der Debatte gesetzt werden, weil kaum ein Investor bereit ist, in diese schwierige Situation hinein zu investieren. „Es ist auch schwer, bei 15 Millionen Euro Investitionen und 5.000 Quadratmetern Verkaufsfläche die entstehen, eine Rendite zu errechnen, bei einem städtischen Mietniveau, welches selten die zehn-Euro-Grenze pro Quadratmeter übersteigt“, so Hartmut Bock zu diesem Großprojekt. Die Entwicklung der Innenstadt und die Stärkung des Handels müssen losgelöst von diesem geplanten Zentrum erfolgen.

Radfahrer finden nicht in die Innenstadt

Auch gelungene Beispiele anderer Städte wurden von den Gesprächspartnern vorgetragen. Bietigheim in Baden-Württemberg oder Dinkelsbühl in Bayern, wo die Kommunen starke Geschäftsstrukturen in den Zentren unterstützt haben. Oder Schweinfurt am Main, wo die Radfahrer bequem die Innenstadt erreichen können. Auch heimische Vorbilder gibt es. Weilmünster mit sehr zentrennahen Fachgeschäften und Wetzlar, mit einer vitalen Altstadt trotz des Wettbewerbs mit dem Forum als große Konsummeile.

Und was macht die Stadt Weilburg, so die Frage am Ende der Diskussion. Mehr Moderation ist gefragt, so einzelne Stimmen aus der Runde und weniger starke Auftritten mit einer großen Dominanz. Damit werden die Akteure verschreckt und von Aktivitäten abgehalten.

Eine gute Diskussion ohne Scheuklappen, so das Resümee von Hartmut Bock, am Ende der Runde, die Mut macht und eine Fortsetzung fordert. (Bk)

 
 

Unser Landtagsabgeordneter Tobias Eckert

 

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