Es war eine gute Zeit

Veröffentlicht am 21.05.2020 in Fraktion

Immer aktiv. Jacqueline Würz überreicht zusammen mit Tobias Eckert eine Urkunde an Walter Frank.

Zum Tod von Jacqueline Würz – ein Nachruf

Die Zusammenarbeit mit Jacqueline Würz hat Spaß gemacht. Ihr Optimismus, ihre offene Art auf die Menschen zuzugehen, ihre Fähigkeit zur Motivation - das alles war gut für die politische Arbeit in Weilburg. Sie verkörperte Hoffnung und Zukunft und deswegen war sie wichtig für die Sozialdemokraten vor Ort. Zuletzt kämpfte sie mit einer schweren, heimtückischen Krankheit, sie war voller Zuversicht. Beim Jahresabschluss der Weilburger Sozialdemokraten im November des letzten Jahres war sie wieder dabei, noch geschwächt, aber gut gelaunt und auf dem Weg der Besserung. Doch sie hat den Kampf verloren. Am vergangenen Sonntag ist sie zu Hause in Kubach friedlich eingeschlafen.

Engagement für die Schwachen der
Gesellschaft.

Die Weilburger Sozialdemokraten sind ihr zu großem Dank verpflichtet. Erst spät, im Jahre 2010 wurde sie Mitglied der SPD, doch soziales Engagement prägte ihr gesamtes berufliches und politisches Leben. Als diplomierte Sozialpädagogin war ihr schnell klar, wo der Schuh drückt. Das zeigte auch die Arbeit in Berufsschulen, beim Hessencampus und bei der Kreisvolkshochschule. Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit, Aufstiegschancen für Frauen, das alles war ihr wichtig. Als Ortsvorsteherin in Kubach hat sie das beispielhafte Projekt „Kubacher Initiative Zusammenhalt“ initiiert. Ein wichtiges Gegenmittel zur sozialen Verarmung der Dörfer, denn den Laden, die Gaststätte oder die Post vor Ort gibt es nicht mehr, Treffpunkte fehlen und die Menschen vereinsamen. Hier lag Jacqueline Würz mit ihren Ideen richtig, denn neue Gedanken und frische Ideen sind die Grundlagen für eine gute Zukunft.

Alles gute Voraussetzungen für erfolgreiches politisches Arbeiten. Für die Bürgermeisterwahl im Jahre 2017 wurde sie dann auch als Kandidatin für Weilburg nominiert. Ein mutiger Schritt, in einer schwierigen Zeit für die Sozialdemokraten, doch Jacqueline Würz nahm die Herausforderung an. Es folgte ein engagierter und kreativer Wahlkampf, mit vielen Vorschlägen, um die Stadt voran zu bringen. Eine Frau an der Spitze der Stadt, so die Vision, modern, zukunftsorientiert, weltoffen. Konnte das in einer ländlichen und traditionell orientierten Kleinstadt gelingen, das war die bange Frage. Das Ergebnis war eine Enttäuschung, für Jacqueline Würz und auch für die heimischen Sozialdemokraten.

Doch sie war eine Kämpferin, sie blieb an Bord und übernahm auch den Vorsitz des Weilburger SPD-Ortsvereins. Denn die Stadt und auch die Sozialdemokraten brauchten ihr Engagement. In der von Männern geprägten Welt der Stadtpolitik war sie ein kreativer Farbtupfer, sie wollte mehr Frauen für die politische Arbeit motivieren, da es hier immer noch einen großen Nachholbedarf gibt. Sie hatte Ideen mit Ecken und Kanten, die nicht überall auf fruchtbaren Boden fielen und auch nicht immer von der Solidarität der eigenen Parteifreunde begleitet wurden. Doch das alles hat sie mit Mut und einem gesunden Selbstbewusstsein verkraftet.

Für die Weilburger Sozialdemokraten, auch für die Stadtverordnetenfraktion ist ihr viel zu früher Tod ein großer Verlust. Ich selbst verliere eine gute Freundin und eine politische Weggefährtin, die mir fehlen wird. Wir verneigen uns in Hochachtung vor ihr und ihrer Familie. Wir werden sie immer in guter Erinnerung behalten und ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

Liebe Jacqueline, du fehlst uns so sehr. 

Jacqueline Würz suchte immer die Nähe zu den Menschen vor Ort. Hier bei einem Weinfest in Gaudernbach mit dem früheren Landrat Manfred Fluck, Andreas Müller und Karli Nowak.

Ein Nachruf von Hartmut Bock, Stadtverordneter der SPD in Weilburg.

 
 

MdL Tobias Eckert