Fünfjährige Ausbildung muss gewürdigt werden

Veröffentlicht am 11.06.2015 in Kommunalpolitik

Karl-Peter Wirth, Stadtverordneter und familienpolitischer Sprecher der SPD-Weilburg macht sich stark für die Interessen der Erzieherinnen und Erzieher im laufenden Tarifstreit.

Sein Beitrag im Wortlaut:

Der Tarifstreit der Erzieherinnen und Sozialarbeiter ist richtig. Es geht nicht nur um ein paar Euro mehr, es geht um die Anerkennung von Berufsständen, die in der Gesellschaft wenig Anerkennung finden.

Nirgendwo wird über Ersetz- und Austauschbarkeit stärker diskutiert als in den sozialen Berufen. Unter dem Motto „mit Kinder kann jeder ein bisschen“ war vor einigen Jahren in bundesdeutschen Kitas der berufliche Zugang für jedermann geöffnet. Gottlob ist inzwischen hier der Fachkraftstatus umgesetzt und in den Kindertageseinrichtungen können nur Erzieherinnen oder ihnen Gleichgestellte, wie etwa Heilpädagoginnen oder Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen eingesetzt werden. Auch dies hat Mühe und Einsatz gekostet.

Fünf Jahre Ausbildung

Um eben diesen geht es auch bei den neuen Verhandlungen. Eine fünfjährige Erzieherinnenausbildung muss entsprechend gewürdigt werden. In den Kitas sind auf das Personal in den letzten Jahren viele neue Aufgaben übertragen worden. Die Betreuung der unter dreijährigen Kinder stellt eine neue und schwierige Herausforderung dar, frühkindliche Bildung ist inzwischen in aller Munde und muss mit dem Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan umgesetzt werden.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die beginnende Schlichtung muss ein Ergebnis erzielen, das eben diese Akzeptanz in der Öffentlichkeit stärkt. Der richtige Streik hat gezeigt, dass ohne adäquate Kinderbetreuung Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind. Ohne die Erzieherinnen in unseren Tageseinrichtungen und ohne Sozialarbeiter, die etwa in so einem wichtigen Feld wie Schulsozialarbeit tätig sind, geht nichts! Das zu zeigen ist gut so und somit hat der Streik seinen Sinn erreicht.

Im Zuge der Auseinandersetzungen sind indes abstruse Ideen aufgetaucht. Demnach sollen nur solche Erzieherinnen besser bezahlt werden, die auch frühkindliche Bildung umsetzen. Wer will das feststellen? Hier sind Menschen am Werk, die mit Pädagogik nichts im Sinn haben. Bildungsangebote im Elementarbereich können schon ganz unterschwellig verlaufen und sind auch von den Entwicklungsstufen der einzelnen Kinder abhängig. Insofern sind die Aufgabenbereiche Bildung, Erziehung und Betreuung fließend und korrelieren miteinander, ohne feststellen zu können was gerade praktiziert wird. Insofern ist diese tarifliche Forderung bloßer Unsinn.

Gute Arbeit

In den Kitas im Landkreis Limburg-Weilburg und in Weilburg selbst wird eine gute Arbeit geleistet. Diese gilt es entsprechend zu würdigen. Wenn das auch mit finanziellen Aufwertungen einhergeht, ist das eine Selbstverständlichkeit. 

 

Verfasser: Karl-Peter Wirth, Schillerstr. 13, 35781 Weilburg-Odersbach, Tel.: 06471/2123, Handy: 0151/27190546, E-Mail: karlpeterwirth@gmail.com

 
 

Unser Landtagsabgeordneter Tobias Eckert

 

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