In die Ausbildung der Erzieherinnen investieren

Veröffentlicht am 16.01.2019 in Bundespolitik

Karl-Peter Wirth leitet das Familienbüro des Deutschen Kinderschutzbundes in Weilburg

„Gute Kitas“ sind wichtig. In Weilburg wurde erst kürzlich ein Bedarf vom 50 bis 60 Kitaplätzen in der Kernstadt festgestellt. Handlungsbedarf. Auf Bundesebene ist am 1. Januar 2019 ist das Gute-KiTa-Gesetz in Kraft getreten. Dazu hat Karl-Peter Wirth aus Odersbach einen Leserbrief geschrieben, den wir nachfolgend veröffentlichen.

Vorweg: ich habe eine hohe Meinung von der Arbeit, die in unseren Kitas geleistet wird. Die Arbeit der Erzieherinnen wird in der Öffentlichkeit oft unterschätzt und nicht adäquat anerkannt,

Die „Gute Kita-Initiative“ der Bundesregierung und dem zuständigen Ministerium geht nach meiner Meinung in die richtige Richtung. Der stetige Ausbau der U3-Betreuung führt in den Einrichtungen zu mehr Verantwortung und neuen und anderen pädagogischen Anforderungen. Dies geht dann zwangsläufig mit der Forderung der Anhebung des Personalschlüssels einher.

Nur eins sollte klar sein: Mehr Personal bedeutet nicht automatisch mehr Qualität. Hier muss nach meiner Meinung in die Ausbildung der Erzieherinnen investiert und die Zugangsvoraussetzungen zum Erzieherinnenberuf müssen ernst genommen werden. Aufgrund des erhöhten Personalbedarfs sehe ich leider momentan eine andere Tendenz, die dem Berufsstand zum Teil nicht zuträglich ist.

Auch die Ausbildung in Fachhochschulen anzubieten, was schon des Öfteren diskutiert wurde, muss nicht mit einer Qualitätsanhebung verbunden sein. Die bestehenden Fachschulen mit ihren praktischen Anteilen erscheinen ausreichend.

Allerdings müssen dort die Lehrpläne entsprechend den neuen Anforderungen strukturiert werden. Dies bedeutet genügend Grundlagen zu schaffen für eine angemessene Betreuung der Kinder unter drei Jahren und die frühkindliche Bildung analog dem Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan nicht zu vernachlässigen.

Gerade das Thema der frühkindlichen Bildung nach Implementierung des Bildungs- und Erziehungsplans stellt für die Erzieherinnen eine hohe Anforderung dar und den engen Schulterschluss mit den angegliederten Grundschulen. Daher ist nach meiner Auffassung auch das Erzieherinnengehalt, das in keiner Weise als angemessen zu bezeichnen ist, in den Fokus zu nehmen. Dieses müsste sich meines Erachtens dem Entgelt für die Grundschulpädagogik deutlich annähern.

Karl-Peter Wirth, Schillerstr. 13, 35781 Weilburg


 

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MdL Tobias Eckert