Die Jugendherberge wartet auf die Sanierung

Veröffentlicht am 31.01.2019 in Fraktion

Die Jugendherberge in Odersbach in idyllischer Winterlandschaft. Eine Sanierung ist dringend erforderlich.

Eine Reihe von Initiativen ist bisher stecken geblieben

Was passiert, wenn nichts passiert? Diese Frage stellen die Weilburger Sozialdemokraten zur dringend notwendigen Sanierung der Jugendherberge in Odersbach. Im Jahre 2000 hat eine stadteigene Gesellschaft das Gebäude zu einem Schnäppchenpreis von einer Mark (DM) erworben. Bereits damals gab es einen hohen Investitionsbedarf, doch es passierte nichts.

Auch politische Initiativen aus unterschiedlichen Lagern scheiterten. Zuletzt gab es im Jahre 2014 einen erneuten Anlauf im Weilburger Stadtparlament, mit einem Beschluss, der den Magistrat und den Eigentümer, die Weilburger Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH (WGW), beauftragte, das Projekt voran zu treiben. Bisher liegen dazu keine Rückmeldungen vor. Auch eine Anfrage von Jan Kramer vom April 2015 und ein TAGEBLATT-Bericht vom 8. Juni 2015 führten zu keiner Beschleunigung. Deswegen hat jetzt die SPD-Stadtverordnetenfraktion eine Anfrage gestellt, um den Stand der Dinge zu erfahren.

 

Nachfolgend der Fragenkatalog, der jetzt zur Beantwortung vorliegt.

 

  1. Welche Aktivitäten hat die Stadt bzw. die Weilburger Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH bisher unternommen, um den Beschluss des Stadtparlaments vom 13.3.2014 umzusetzen?
  2. Hat das Jugendherbergswerk Hessen weiterhin ein Interesse am Betrieb dieser Einrichtung? Wann gab es letztmals Kontakte (schriftlich, Ortstermin) mit dem Landesverband in Frankfurt?
  3. Gibt es für die anstehende Renovierung auch ein Nutzungskonzept, um die Einrichtung für zeitgemäße Nutzungsansprüche (Familien, Kinder, Kleinere Räume mit Sanitärzelle, Kurzzeitgäste, etc.) fit zu machen?
  4. Liegt für das Gebäude ein Sanierungsgutachten vor, in dem Art, Umfang und Kosten einer Modernisierung beschrieben sind?
  5. Sind in dem vorliegenden Pachtvertrag (WGW/DJH) die Zuständigkeiten und die Abgrenzung für eine Sanierung klar geregelt? Wer ist zuständig für bestandserhaltende Maßnahmen und für die grundhafte Erneuerung? 
  6. Gibt es Hinweise, nach denen eine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich ist und deswegen ein Ersatz nur durch einen Neubau möglich ist?
  7. Welche Hemmnisse liegen vor, die einer zeitnahen Renovierung der Einrichtung entgegenstehen?
  8. Gibt es eine Zeitplanung der Stadt, der WGW oder des Jugendherbergswerks zur Umsetzung anstehender Maßnahmen? 
  9. Sieht die Stadt Weilburg die Jugendherberge als einen Wettbewerber zu den bestehenden Hotels in der Innenstadt? Wird deswegen die Sanierung verzögert, bzw. hinausgeschoben?
  10. Hält die Stadt bei einem eventuell erforderlichen Neubau an der Einrichtung an dem Standort fest oder werden auch Standortalternativen in der Innenstadt (Stärkung des Zentrums) untersucht?

 

Führt Nichtstun zur Schließung?

 

Denn Nichtstun führt über kurz oder lang zur Schließung dieser wichtigen touristischen Einrichtung. Dies ist die Befürchtung der SPD. Zwei aktuelle Beispiele, beide nicht gut für Weilburg, zeigen dies. In der früheren Christian-Spielmann-Schule in der Frankfurter Straße wurde jahrelang nichts investiert, eine Sanierung ist jetzt zu teuer und die Schule wurde verlegt. Genauso beim Finanzamt. Der bauliche Zustand ist schlecht und eine Renovierung ist unwirtschaftlich, so das zuständige Finanzministerium. Jetzt geht es ab nach Limburg und das Haus schließt. Wenn bei der Jugendherberge nichts passiert, dann droht uns hier das gleiche Schicksal, mutmaßt Fraktionsvorsitzender Hartmut Bock.

 

Touristische Infrastruktur ist wichtig

 

Für eine zukunftsorientierte touristische Entwicklung unserer Region ist dies eine wichtige Einrichtung. Denn Urlaub und Freizeit mit Familien und Kindern in der Natur liegen im Trend. Bootfahren auf der Lahn, Radwandern oder auch Wandern in unserer schönen Mittelgebirgslandschaft werden immer beliebter und stärker nachgefragt. Natürlich brauchen wir dafür die richtige Infrastruktur. Dazu gehört ein Netz von guten Landgasthöfen, aber auch Übernachtungsmöglichkeiten in Privatpensionen, in der Jugendherberge und in Hotels. Deswegen hoffen die Sozialdemokraten auf eine positive Antwort, damit es mit dem Tourismus in der Region weiter vorwärts geht.

 

Text und Foto: Hartmut Bock


 

Siehe auch hier:

 
 

MdL Tobias Eckert