Neuselters-Resolution: „Solidarität macht nicht an der Stadtgrenze halt“
Veröffentlicht am 04.02.2013 in Stadtpolitik
Dorfbrunnen in Löhnberg-Selters. Mineralwasser ist ein geologischer Schatz unserer Region. (Bildquelle: wikimedia.org)
Das Weilburger Stadtparlament hat sich einstimmig mit den Mitarbeitern von Neuselters solidarisch erklärt. In der Resolution heißt es wörtlich:
„Die Stadt Weilburg an der Lahn kritisiert den geplanten Arbeitsplatzabbau bei Neuselters durch den Nestle-Konzern und fordert die Konzernleitung zum Erhalt der Arbeitsplätze, des Standorts und der Traditionsmarke Neuselters auf.
Die Stadt Weilburg an der Lahn solidarisiert sich mit der Belegschaft und deren Familien und unterstützt sie in ihrem Kampf für den Erhalt der Arbeitsplätze.“
Der gemeinsame Antrag aller fünf im Stadtparlament vertretenen Fraktionen wurde von Christian Radkovsky (SPD) ins Parlament eingebracht.
Zuvor hatte Heinz-Jürgen Deuster (Grüne), auf dessen Initiative die Resolution zurückgeht, die Dringlichkeit des Antrags begründet.
Das Vorgehen der Weilburger Parlamentarier war mit dem Bürgerkomitee „Neuselters muss in Löhnberg bleiben“ abgestimmt.
In der Kritik steht der Nestle-Konzern nicht nur wegen seines Umgangs mit dem Neuselters-Werk. So ist auch die Haltung des Konzerns zur drohenden Privatisierung der Trinkwasserversorgung mehr als fragwürdig.
In dem folgenden Video äußert der damalige Nestle-Konzernchef und jetzige Nestle-Verwaltungsratschef Peter Brabeck-Letmathe die Position, Trinkwasser als ein öffentliches Recht anzusehen sei „extrem“. (cr)