Wahlkampfstimmung in Weilburg

Veröffentlicht am 03.03.2017 in Kommunalpolitik

Anita Schneider aus Gießen ist die erste direkt gewählte Landrätin in Hessen

Anita Schneider spricht beim politischen Aschermittwoch der SPD

Ein volles Haus, Wahlkampfstimmung und ein Neumitglied gab es beim politischen Aschermittwoch der Weilburger SPD im Bürgerhaus in Ahausen. Tobias Eckert, der heimische Landtagsabgeordnete und Unterbezirksvorsitzende freute sich über die Aufbruchstimmung durch Martin Schulz und über die vielen Neumitglieder. In den ersten zwei Monaten des Jahres gab es bereits mehr Parteieintritte als im gesamten Jahr 2016. Egzon Muharemi aus Weilburg konnte er vor der Versammlung ein neues Parteibuch überreichen.

Heftig kritisierte er die Landespolitik, die in Wiesbaden den Kommunen das Geld weg nehme und gleichzeitig Steuererhöhungen vorschreibe. Wenn dann in Weilburg ein CDU-Bürgermeisterkandidat unterwegs ist, der Steuersenkungen verspricht, dann passt das nicht zusammen.

„Nichts kommt von selbst und wenig ist von Dauer“

Anita Schneider aus Gießen stellte sich als die erste direkt gewählte weibliche Landrätin in Hessen vor. Wir müssen uns neuen Herausforderungen stellen, denn „Nichts kommt von selbst und wenig ist von Dauer“ zitierte sie den früheren SPD-Vorsitzenden und Bundeskanzler Willy Brandt. Auch heute stehe die Verteilungsgerechtigkeit im Mittelpunkt, denn es darf nicht sein, wenn ein Manager der 57-fache eines Fabrikarbeiters verdient. Die soziale Ungleichheit, die Schere zwischen arm und reich wird größer, dies ist sehr deutlich an der Kinder- und Altersarmut festzustellen. Auf dem Arbeitsmarkt haben junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren nicht mehr die Chancen früherer Zeit. Wenn Martin Schulz dieses Thema auf Bundesebene anprangere, dann liegt er damit richtig.

Eine sozialdemokratische Bürgermeisterin

Wichtig ist auch eine gute kommunale Finanzausstattung, damit eine Vergleichbarkeit der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land möglich ist. Preiswerter Wohnraum, schnelles Internet, Treffpunkte, gute Versorgungseinrichtungen und intakte Innenstädte sind auch für den sozialen Frieden im Land erforderlich, so die Landrätin. Dabei lobte Anita Schneider das Wahlprogramm und Engagement und Ausdauer von Jacqueline Würz, die einen Blick dafür hat, dass niemand im Land zurück bleiben soll. Dies zeichnet eine sozialdemokratische Bürgermeisterin aus, so ihr Fazit.

Ökologisch und ökonomisch nachhaltige Stadtentwicklung

Eine gerechte Politik für Weilburg, sozial und ökologisch, forderte Jacqueline Würz für Weilburg. Wertvolle Güter und Dienstleistungen, wie die Wasserversorgung, der Wald oder das Krankenhaus dürfen nicht den privaten Profitinteressen geopfert werden, so ihre Position. Eine behutsame Nutzung natürlicher Ressourcen, ein sparsamer Flächenverbrauch führen zu einer ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Stadtentwicklung. Sie will die Chancen des Tourismus besser nutzen und für die 60.000 Reiseradler, die jährlich an der Lahn unterwegs sind attraktive Plätze zum Verweilen schaffen. Eine weitere Zentralisierung wichtiger Einrichtungen in Richtung Rhein-Main lehnte sie ab. Stattdessen forderte sie bessere Verkehrsanbindungen dort hin, um Pendlern eine Perspektive zu geben.

Das persönliche Gespräch

Insgesamt mache der Wahlkampf Spaß und sie bekomme bei den vielen Hausbesuchen und Bürgergesprächen positive Rückmeldungen und Unterstützung. Mit dieser persönlichen Wahlwerbung liegen wir richtig, folgerte Jacqueline Würz. Wenn die CDU das halbe Landeskabinett nach Weilburg bringe, dann zeigt dies nur deren große Unsicherheit. Für sie steht der direkte Kontakt und das persönliche Gespräch mit den Wählerinnen und Wählern im Mittelpunkt.

Prominente Gäste

Martin Schulz soll 2017 Bundeskanzler in Berlin werden und Jacqueline Würz die neue Bürgermeisterin in Weilburg. Das sind die Ziele der Weilburger Sozialdemokraten für dieses Jahr, so der Vorsitzende Hartmut Bock bereits zum Beginn der Veranstaltung. Er freute sich über das große Interesse und den guten Besuch. Neben den Rednern des Abends konnte er Stadtverordnetenvorsteher Bruno Götz, seinen Vorgänger Walter Frank, den Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Jung, die Bürgermeister von Hünfelden und Bad Camberg, Silvia Scheu-Menzer und Wolfgang Erk und den DGB-Kreisvorsitzenden Gerhard Blankenburg als prominente Gäste begrüßen. (bk)

Egzon Muharemi (li) ist jetzt Mitglied der SPD. Es gratulieren Anita Schneider, Jacqueline Würz und Tobias Eckert

Das TEAM aus der Küche ist wichtig für die gute Bewirtung und das leckere Essen. Als Dankeschön gibt es ein Präsent von Tobias Eckert und Jacqueline Würz

Ein volles Haus in Ahausen. Jacqueline Würz erläutert ihr Wahlprogramm

 
 

MdL Tobias Eckert